Autor: Günther Denzler (Seite 2 von 3)

„Wir sind im Krieg“

„Wir sind im Krieg“ sagte der französische Präsident Macron im Bezug auf die Corona Pandemie. Solche Formulierungen sind gefährlich. Sicher ist in Krisenzeiten die Exekutive in besonderer Weise gefordert. Aber wir leben in einem demokratischen Staat, in dem auch in Krisenzeiten das Gewaltenteilungsprinzip gilt.

Massive Beschränkung der Grundrechte

Wir leben gerade in einer Art Notstand und die Regierung reagiert darauf mit massiven Grundrechtseinschränkungen. Wir haben die Wahl zwischen Sicherheit und Freiheit. Vielen Menschen in unserem Land ist Sicherheit wichtiger als Freiheit. Das erklärt auch die hohe Zustimmung der Bevölkerung zu härteren Maßnahmen

Gefahr autoritärer Strukturen

Eine solche Entwicklung ist nicht ungefährlich. Autoritäre Strukturen können sich verfestigen und die Menschen gewöhnen sich daran. Erosionen vollziehen sich langsam und still. Ich halte das für durchaus bedenklich!

Blick nach Ungarn

In Ungarn hat das Parlament aufgrund der Pandemie Notstandsgesetzen zugestimmt. Ministerpräsident Orban regiert jetzt allein – Wahlen finden bis auf weiteres nicht statt.

Was lernen wir aus der Trump-Ära?

Die vielen Anhänger der deutschen Anti-Amerikanismus-Bewegung sollten nach dem Abgang von Trump erkennen, dass ihre apokalyptischen Szenarien mit der Realität nichts zu tun haben sondern Wunschdenken ist, das vor allem aus ihren eigenen Abneigungen gespeist wird. Amerika hat bisher alle Herausforderungen bestanden und ist an ihnen gewachsen. Das wird auch bei Trump nicht anders sein.

nicht vergessen…..

Über 70 Mill. Amerikaner haben am 3. November für Trump gestimmt. Die Zahl der Menschen, die sich von Politik-, Wirtschaft- und Medieneliten abgestoßen und nicht verstanden fühlen, wächst – rasant an. Das sollten wir gerade in Deutschland nicht vergessen.

Political Correctness

Wir sollten aufhören, Menschen vorzuschreiben, wie sie korrekt zu leben, zu denken und zu sprechen haben, sonst werden sie sich Führern zuwenden, die ihre Sprache sprechen und die sie verstehen. Ob Trump ein Vorbote oder nur eine Episode war, ist noch lange nicht entschieden.

Die wahren Despoten dieser Welt

Nachdem Amerika und die westliche Welt Trump weitgehend unbeschadet überstanden haben, ist es nun an der Zeit, uns mit ähnlicher moralischer Klarheit und vergleichbar harten Worten den wahren Despoten dieser Welt in Peking, Moskau und Teheran zu widmen, wo Willkür und Terror herrschen und Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

Ich bin auf den Mut und die Redlichkeit der deutschen „Gutmenschen“ gespannt.

… die Umstände sind schuld ?

„Man gibt immer

den Umständen die Schuld für das, was man ist.

Ich glaube nicht an Umstände.

Diejenigen, die in der Welt vorankommen,

gehen hin und suchen sich die Umstände, die sie wollen

und wenn sie sie nicht finden können,

schaffen sie sie selbst.“

George Bernhard Shaw

Der säkulare Staat braucht die Religion als sittliche Mitte

Die Religion ist „conditio sine qua non“ für eine Demokratie, wenn sie auf Dauer funktionieren soll. Wo das Prinzip der Selbstverantwortung vor Gott nicht gilt, wird Demokratie auf Dauer nicht gelingen, weil dem säkularen Staat die sittliche Mitte fehlt, die er braucht, die er sich selbst aber nicht geben kann. Freiheit und Religion sind wesentliche Stützen einer Demokratie.

Freiheit ohne Religion

Wenn der Freiheit die Religion fehlt, endet sie in Gleichmacherei und Beliebigkeit. Das kann man in Deutschland und in ganz Europa beobachten.

Religion ohne Freiheit

Wenn der Religion die Freiheit fehlt, endet sie in Diktatur. Das kann man in islamischen Ländern beobachten.

Geringschätzung der Religion

Ich sehe mit großer Sorge in unserem Land den Umgang mit religiösen Themen. Ich bin sprachlos, wie sehr das Grundrecht auf Religionsausübung während der Pandemie mißachtet wurde. Ich bin entsetzt darüber, wie Religion und christliche Symbole in Deutschland verhöhnt und der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Für mich ist unbegreiflich, mit welch egoistischer Selbstverständlichkeit die individuelle Freiheit über das Lebensrecht anderer gestellt wird (dazu zählt – zu meiner Studienzeit in der Rechtsprechung unbestritten – auch ungeborenes Leben!).

Das US-Filmdrama „Unplanned“

Dieser Film zeigt den aussichtslosen Kampf, den ein 13 Wochen alter Embryo im Leib seiner Mutter gegen seine Abtreibung führt. Als Abby Johnson, die Leiterin der Abtreibungsklinik in Byran, die zu „Planned Parenthood“, dem größten Anbieter vorgeburtlicher Kindstötungen in den USA gehört, dies erstmals bewußt auf dem Monitor des Ultraschallgerätes erlebt, kündigt sie ihren Job und schreibt das gleichnamige Buch, auf dem der Film basiert.

Boykottaufruf: Anti-Frauen-Film ……?

Der Film beschönigt nichts, übertreibt aber auch nichts. Er verurteilt auch nicht. Der Film zeigt keine Illusionen, er zeigt die Realität. Das erklärt auch, warum er als Anti-Abtreibung-Film, als Anti-Frauen-Film und vieles mehr verteufelt wird. Er wird boykottiert und Kino-Inhaber werden unter Druck gesetzt, damit sie ihn nicht ins Programm aufnehmen.

Mein Wunsch und meine Hoffnung

Ich hoffe sehr, dass dieser Film in möglichst vielen Kinos gezeigt wir, damit sich die Menschen selbst ein Urteil bilden können

… dem Tag Struktur geben

Harly strukturiert den Tag, animiert zu ausgiebigen Spaziergängen und schafft damit Zeit zum Nachdenken, zum Hören  von Sachbüchern , Bestsellern und Weltliteratur

Harly strukturiert meinen Tag –

7-10 km Gassi gehen am Morgen und am Abend und bei jedem Wetter. Diese ausgiebigen Spaziergänge möchte ich nicht mehr missen. Sie sorgen nicht nur dafür, dass ich körperlich fit bleibe, sondern schaffen Freiräume, die allein mir gehören.

Entschleunigung

Ich erlebe das Werden und Vergehen in der Natur intensiver als früher, nehme den Geruch der Jahreszeiten verbunden mit Kindheitserinnerungen wahr und werde mir dabei auch des eigenen Alterns zunehmend bewußter

Hören statt lesen

Harly schaut mir zu, wenn ich meine Gymnastikübungen mache und er stört mich nicht beim Nachdenken und beim Hören von Sachbüchern, Bestsellern, Weltliteratur u.a.

Nicht das Virus, die Angst ist unser Hauptproblem

Kaum steigen die Infektionszahlen und schon wird in der Politik über neue Einschränkungen diskutiert. Die politisch Verantwortlichen starren auf die veröffentlichten Infektionszahlen und überbieten sich gegenseitig wenn es um neue Einschränkungen geht. Diese Panikmache schadet nicht nur der Wirtschaft sondern macht auch die Menschen kaputt. Wichtiger als neue übereilte Einschränkungen unserer Grundrechte wäre es, darüber zu reden, wie gefährlich das Virus für den Einzelnen wirklich ist.

Die absoluten Zahlen nicht aus den Augen verlieren

Die Zahl der Infizierten steigt zwar, doch die Zahl der Toten sinkt. Bisher sind in Deutschland lt. RKI 9200 Menschen mit oder an Corona gestorben. Jedes Jahr sterben in Deutschland über 25 000 Menschen an Influenza. Täglich sterben 2600 Menschen in unserem Land an Herzinfarkt, Krebs, Verkehrsunfällen – das sind 950 000 im Jahr.

. . . und noch eine Zahl zum Nachdenken:

Weltweit sterben täglich mehr als 8 000 Kinder unter 5 Jahren an Unterernährung! Als wohlhabendes Land sind wir dafür mitverantwortlich.

Das sog. „Kohn-Papier“ aus dem BMI

Warum reagiert die Politik so allergisch und nervös auf das 80 Seiten umfassende Kohn-Papier aus dem Bundesministerium des Innern, in dem vor „gesundheitlichen Kollateralschaden“ iVm den staatlichen „Maßnahmen und Beschränkungen in der Coronakrise 2020“ gewarnt wird? Dort steht, dass aufgrund der wegen Corona verschobenen Operationen bis zu 125.000 Patienten sterben werden oder schon gestorben sind.

Prof. Stefan Hockertz bestätigt die Zahlen des Kohn-Papiers. Im März und April wurden an deutschen Kliniken „90 % aller notwendigen OPs verschoben“. 2,5 Mio. Patienten seien damit nicht versorgt worden. Wenn nur 5 % der Betroffenen durch die Nichtbehandlung gestorben sind oder noch sterben, dann sind das 125.000 Tote zusätzlich.

Prof. Peter Schirmacher, Chefarzt für Pathologie in Heidelberg und Mitglied der Leopoldina-Akademie, die auch die Bundeskanzlerin berät, empfiehlt, das Kohn-Papier ernst zu nehmen und „die Richtigkeit und Angemessenheit der bisher getroffenen Maßnahmen“ zu prüfen und eine „sofortige Neubewertung“ zu veranlassen. Obwohl die in dem Papier aufgezeigten Fakten unwidersprochen bleiben, erklärt das BMI, das Papier für „gegenstandslos“ und fordert „es zu vernichten“.

Stephan Kohn, der Verfasser des Papiers und im BMI zuständig für Analysen der „Kritischen Infrastruktur“, zu der auch die „medizinische Versorgung“ gehört, wird vom Dienst suspendiert und als Außenseiter diffamiert.

Mir erscheinen die in dem Papier dargelegten Fakten logisch und die sich daraus ergebenden Forderungen an die Politik als richtig. Die Reaktion des BMI zeigt, dass hier offenbar ein „wunder Punkt getroffen wurde“. In unseren Krankenhäusern stehen Intensivbetten leer. Sie sind reserviert für Coronapatienten. Anderen Menschen, die krank sind und Schmerzen haben, werden seit Monaten notwendige Operationen verweigert. Ich kenne solche Fälle aus dem eigenen Bekanntenkreis und halte die hier praktizierte Vorgehensweise für völlig unangemessen.

Ostern 2020 und das Grundrecht auf Religionsausübung

  • Erstmals seit der Christianisierung Europas waren in der Karwoche und an Ostern Gottesdienste verboten!
  • Jetzt sollen Gottesdienste wieder erlaubt sein – aber es darf nicht gesungen werden – Ein Wahnsinn und eine klare Verletzung des Grundrechtes auf Religionsfreiheit! Singen ist ein zentrales Element christlichen Glaubens. Gebet und Gesang sind ein nicht verhandelbarer Wesenskern der Hl. Messe. Das Singen in der Kirche verbieten ist wie das Atmen verbieten. Jedes Kind weiß, dass Singen dem Wohlbefinden dient, die Psyche stärkt, das Miteinander fördert und der Seele gut tut. Gerade in der Corona-Krise sind Gebet und Gesang besonders wichtig und hilfreich.
  • Schade dass sich unsere Bischöfe staatlichen Vorgaben widerstandslos gebeugt haben statt sich zu wehren und das Grundrecht auf Religionsausübung zu verteidigen.
  • Die neueste Rechtsprechung des Saarländischen VerfGH zeigt, dass die Grundrechte der Menschen durch die Politik unverhältnismäßig stark einschränkt werden. Für viele Verbote sei der „damit erzielte Gewinn an Gesundheitsschutz nicht nachvollziehbar dargelegt“, sie seien z.T. unlogisch, „aussageleer“ und nicht gerechtfertigt, so das Verfassungsgericht. Inzwischen hat sich auch der Bayer. VGH dieser Begründung weitgehend angeschlossen.
  • Warum dürfen die Bürger – bei Wahrung des Abstandsgebotes – Aldi, Lidl und Weinhandlungen besuchen, nicht aber Gottesdienste und Buchhandlungen. Für diese unterschiedliche Behandlung wurden seitens des Staates zu keinem Zeitpunkt überzeugende sachliche Differenzierungsgründe dargelegt. Deshalb verstoßen diese Verbote eindeutig gegen das Grundrecht auf Religionsausübung. Obwohl das BVerfG die Prüfung der Verhältnismäßigkeit bei Gottesdienstverboten ausdrücklich angemahnt hat schweigen unsere Bischöfe.
  • In Österreich werden die Bischöfe von jungen Christen aufgefordert mutiger zu sein. „Ihr gehorcht dem Staat mehr als Gott“ bekommen sie zu hören. Nach vielen Jahren destruktiver Streitereien über Minderheitsthemen wie Zölibat und Frauenweihe ertönt jetzt der Ruf nach den Sakramenten. Plötzlich werden Papst-Predigten und Kardinals-Messen zu Quotenbringern in säkularen Fernsehanstalten. Gerade in der Krise wird deutlich, dass eine sich dem Zeitgeist anbiedernde Kirche irrelevant ist.
  • Wo die Kirche von Gott redet und Gottes Liebe spürbar macht, generiert sie Nachfrage – notfalls online. Die o.g. Kritik ist ein Weckruf an Bischöfe und Priester, mutig und kreativ zu sein, wenn es um die Rückkehr zur liturgischen Normalität geht. Für mich ist sie ein Beleg dafür, dass unsere Kirche viel vitaler ist als die Ordinariate, die Kirchenkonferenzen und der Synodale Weg uns glauben machen.

Nicht alles „dem Schutz des Lebens unterordnen“

„Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz des Lebens zurückzutreten, dann muß ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“, so unser Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Nach seiner Meinung beschränken sich die Grundrechte gegenseitig. „Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt“, so Schäuble weiter, „dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen“.

Schäuble stößt damit eine unbequeme Debatte an und warnt gleichzeitig, die mit dem Lockdown verbundene wirtschaftliche Krise allein mit Steuergeldern lösen zu wollen, denn auf Dauer, so Schäuble, „kann der Staat den Umsatz nicht ersetzen“. Dass unsere Wirtschaft bereits massiv geschädigt ist, kann nicht bestritten werden. Kritiker werfen der Regierung in diesem Zusammenhang vor, sie sei zu wissenschaftsgläubig, sie überziehe mit ihren Maßnahmen und schränke die Grundrechte der Bürger unverhältnismäßig stark ein.

Die Angst richtet wirtschaftlich und gesellschaftlich mehr Schaden an als das Virus selbst. Was, wenn Corona dazu führt, dass in der Zukunft Millionen Arbeitslose auf der Straße sitzen, der Mittelstand, der Hartz IV finanziert, nicht mehr existiert, wenn viele Restaurants für immer geschlossen haben und wir feststellen, dass das Durchschnittsalter der Corona-Toten über der durchschnittlichen Lebenserwartung in Deutschland liegt?

In einer Demokratie sind Debatten, auch wenn sie unbequem sind, alternativlos. Nur Ideologien kennen Absolutismen!

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