Kategorie: Kirche und Religion

„Abtreibung ist kein Verbrechen“

verkündet Barbara John, die Berliner Diözesanvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB). MdB Maria Flachsbarth, die Bundesvorsitzende des KDFB, stimmt ihr zu. Sie unterstützt außerdem die Organisation „She decides“ (dt: Sie entscheidet), die mit IPPF, dem weltweit größten Anbieter vorgeburtlicher Kindstötung, zusammenarbeitet. Diese Position steht im klaren Gegensatz zum II. Vatikanischen Konzil.

Katholischer Deutscher Frauenbund auf Abwegen

In „Gaudium et spes“ werden Abtreibung und Tötung eines Kindes als „verabscheuungswürdiges Verbrechen“ (GS 51,3) bezeichnet. Es ist erstaunlich, dass sich keine Untergliederung und keines der 180.000 Mitglieder des KDFB von diesen Aussagen ihrer Spitzenfunktionäre distanziert.

Sie wollen nicht mehr „Salz der Erde“ sein

Offenbar will der aus Kirchensteuern alimentierte deutsche Gremienkatholizismus nicht mehr „Sauerteig“ und „Salz der Erde“ sein. Sie laufen lieber dem Zeitgeist hinterher. Das gilt auch für katholische Diözesanräte, die den Teilnehmern am jährlichen „Marsch für das Leben“ eine rechtsextreme Gesinnung unterstellen.

Art.6 GG: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates“

Die Systemrelevanz der Familie wird den meisten von uns gerade in Corona-Zeiten wieder sehr bewußt. Leider finden „Ehe“ und „Familie“ in der Politik kaum noch Erwähnung.

SPD für „Mit-Mutterschaft“ (neu:§ 1591Abs.2 BGB)

In der Großen Koalition und in der Opposition genießen beide Institutionen geringe Wertschätzung. Hochkonjunktur hat die Diskussion über die „Vielfalt von Lebensformen“. Das SPD-geführte Justizministerium möchte eine „Mit-Mutterschaft“ einführen. Der neue Abs.2 des § 1591BGB lautet: „Mutter eines Kindes ist neben der leiblichen Mutter auch die Frau, die zum Zeitpunkt der Geburt mit der leiblichen Mutter verheiratet ist oder die die Mutterschaft anerkannt hat“. Dies bedeutet konkret, dass für lesbische Paare eine Adoption nicht mehr notwendig ist. Elternschaft ist damit nicht mehr dem Staat vorgegeben sondern von der Anerkennung des Staates abhängig. Die Institution „Ehe“, die aus Mann und Frau besteht und die durch Art.6 Grundgesetz geschützt ist, wird damit ihres Inhalts beraubt.

Regenbogenfamilien und Vielelternschaft

Grüne und FDP/JuLi fordern, dass im Familienrecht die Bezeichnungen Vater und Mutter durch den Begriff „Elternteil“ ersetzt werden. Es soll die „Vielelternschaft“ eingeführt werden d.h. ein Kind kann bis zu 4 Elternteile haben.

Einführung der „Verantwortungsgemeinschaft“

Neben der Ehe sollen alternative Lebensgemeinschaften aufgewertet und gefördert werden (Bundestagsdrucksache 19/16454). Die Rechtsform der „Verantwortungsgemeinschaft“ will „größtmögliche Flexibilität bei maximaler Selbstbestimmung“. Vorgesehen ist, dass dieser Pakt „unbürokratisch geschlossen“ und „jederzeit konsensual oder durch einseitige Erklärung nach einer Übergangsfrist aufgelöst“ werden kann. Hierüber soll am Standesamt lediglich ein Register geführt werden.

Anhaltendes Glück setzt Anstrengung voraus

Die moderne Glücksforschung zeigt, dass auf dem Wege der Animation und der Bequemlichkeit Glück nicht zu erreichen ist. Glück setzt Anstrengung, die Annahme von Herausforderungen und die Überwindung von Schwierigkeiten voraus. Unsere Gesellschaft ist zunehmend von Fragmentierung Egoismus und Konsum geprägt. Deshalb sind Stabilität, Solidarität und Verlässlichkeit besonders wichtig. Die neue Rechtsform bewirkt aber das Gegenteil. Ein lockeres „persönliches Näheverhältnis“ läuft Gefahr zum Wegwerf-Artikel zu werden, weil das Weglaufen vor Problemen erleichtert und indirekt sogar als Lösung expressis verbis benannt wird.

Wo bleibt das Bekenntnis der C – Parteien?

Als langjähriger CSU-Mandatsträger und als Ehrenvorsitzender verschiedener CSU-Gremien vermisse ich ein klaren Bekenntnis meiner Partei zur Institution „Ehe“. Dienstbereitschaft und das Miteinander und Füreinander auch in Beziehungskrisen werden in der auf Dauer angelegten Ehe in einem höheren Maße bedacht werden als in den oben beschriebenen lockeren „Persönlichen Näheverhältnissen“, bei denen man einfach weglaufen kann, wenn es Schwierigkeiten gibt und man seine eigenen Interessen nicht durchsetzen kann.

Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – woher kommen diese Ideale?

Für viele sind diese Ideale nicht durch des Christentums entstanden sondern das Ergebnis der Aufklärung. Historisch gesehen haben sich die Ideale der Aufklärung nicht aus dem Nichts entwickelt sondern sie haben ihre Wurzeln im Judentum und im Christentum.

Wurzeln liegen im Christentum

Die Grundrechte sind grundgelegt in der „biblischen Gottesebenbildlichkeit des Menschen“. Dass alle Menschen die gleiche Würde besitzen war in der griechischen und in der römischen Antike undenkbar. Sie war und ist auch undenkbar in der gesamten chinesischen und der islamischen Geschichte. Bis zum heutigen Tag werden die Menschenrechte nur in den Staaten anerkannt, wo Judentum und Christentum eine wesentliche Rolle gespielt haben. Nicht in China und nicht in den muslimisch geprägten Staaten.

Rückbesinnung kann Orientierung stiften

Ich halte es für notwendig, immer wieder daran zu erinnern, denn ich bin zutiefst überzeugt, dass die Rückbesinnung auf Gott und auf christliche Werte gerade in unserer Gesellschaft Orientierung geben, Hilfestellung leisten und Frieden stiften kann.

Der säkulare Staat braucht die Religion als sittliche Mitte

Die Religion ist „conditio sine qua non“ für eine Demokratie, wenn sie auf Dauer funktionieren soll. Wo das Prinzip der Selbstverantwortung vor Gott nicht gilt, wird Demokratie auf Dauer nicht gelingen, weil dem säkularen Staat die sittliche Mitte fehlt, die er braucht, die er sich selbst aber nicht geben kann. Freiheit und Religion sind wesentliche Stützen einer Demokratie.

Freiheit ohne Religion

Wenn der Freiheit die Religion fehlt, endet sie in Gleichmacherei und Beliebigkeit. Das kann man in Deutschland und in ganz Europa beobachten.

Religion ohne Freiheit

Wenn der Religion die Freiheit fehlt, endet sie in Diktatur. Das kann man in islamischen Ländern beobachten.

Geringschätzung der Religion

Ich sehe mit großer Sorge in unserem Land den Umgang mit religiösen Themen. Ich bin sprachlos, wie sehr das Grundrecht auf Religionsausübung während der Pandemie mißachtet wurde. Ich bin entsetzt darüber, wie Religion und christliche Symbole in Deutschland verhöhnt und der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Für mich ist unbegreiflich, mit welch egoistischer Selbstverständlichkeit die individuelle Freiheit über das Lebensrecht anderer gestellt wird (dazu zählt – zu meiner Studienzeit in der Rechtsprechung unbestritten – auch ungeborenes Leben!).

Das US-Filmdrama „Unplanned“

Dieser Film zeigt den aussichtslosen Kampf, den ein 13 Wochen alter Embryo im Leib seiner Mutter gegen seine Abtreibung führt. Als Abby Johnson, die Leiterin der Abtreibungsklinik in Byran, die zu „Planned Parenthood“, dem größten Anbieter vorgeburtlicher Kindstötungen in den USA gehört, dies erstmals bewußt auf dem Monitor des Ultraschallgerätes erlebt, kündigt sie ihren Job und schreibt das gleichnamige Buch, auf dem der Film basiert.

Boykottaufruf: Anti-Frauen-Film ……?

Der Film beschönigt nichts, übertreibt aber auch nichts. Er verurteilt auch nicht. Der Film zeigt keine Illusionen, er zeigt die Realität. Das erklärt auch, warum er als Anti-Abtreibung-Film, als Anti-Frauen-Film und vieles mehr verteufelt wird. Er wird boykottiert und Kino-Inhaber werden unter Druck gesetzt, damit sie ihn nicht ins Programm aufnehmen.

Mein Wunsch und meine Hoffnung

Ich hoffe sehr, dass dieser Film in möglichst vielen Kinos gezeigt wir, damit sich die Menschen selbst ein Urteil bilden können

Ostern 2020 und das Grundrecht auf Religionsausübung

  • Erstmals seit der Christianisierung Europas waren in der Karwoche und an Ostern Gottesdienste verboten!
  • Jetzt sollen Gottesdienste wieder erlaubt sein – aber es darf nicht gesungen werden – Ein Wahnsinn und eine klare Verletzung des Grundrechtes auf Religionsfreiheit! Singen ist ein zentrales Element christlichen Glaubens. Gebet und Gesang sind ein nicht verhandelbarer Wesenskern der Hl. Messe. Das Singen in der Kirche verbieten ist wie das Atmen verbieten. Jedes Kind weiß, dass Singen dem Wohlbefinden dient, die Psyche stärkt, das Miteinander fördert und der Seele gut tut. Gerade in der Corona-Krise sind Gebet und Gesang besonders wichtig und hilfreich.
  • Schade dass sich unsere Bischöfe staatlichen Vorgaben widerstandslos gebeugt haben statt sich zu wehren und das Grundrecht auf Religionsausübung zu verteidigen.
  • Die neueste Rechtsprechung des Saarländischen VerfGH zeigt, dass die Grundrechte der Menschen durch die Politik unverhältnismäßig stark einschränkt werden. Für viele Verbote sei der „damit erzielte Gewinn an Gesundheitsschutz nicht nachvollziehbar dargelegt“, sie seien z.T. unlogisch, „aussageleer“ und nicht gerechtfertigt, so das Verfassungsgericht. Inzwischen hat sich auch der Bayer. VGH dieser Begründung weitgehend angeschlossen.
  • Warum dürfen die Bürger – bei Wahrung des Abstandsgebotes – Aldi, Lidl und Weinhandlungen besuchen, nicht aber Gottesdienste und Buchhandlungen. Für diese unterschiedliche Behandlung wurden seitens des Staates zu keinem Zeitpunkt überzeugende sachliche Differenzierungsgründe dargelegt. Deshalb verstoßen diese Verbote eindeutig gegen das Grundrecht auf Religionsausübung. Obwohl das BVerfG die Prüfung der Verhältnismäßigkeit bei Gottesdienstverboten ausdrücklich angemahnt hat schweigen unsere Bischöfe.
  • In Österreich werden die Bischöfe von jungen Christen aufgefordert mutiger zu sein. „Ihr gehorcht dem Staat mehr als Gott“ bekommen sie zu hören. Nach vielen Jahren destruktiver Streitereien über Minderheitsthemen wie Zölibat und Frauenweihe ertönt jetzt der Ruf nach den Sakramenten. Plötzlich werden Papst-Predigten und Kardinals-Messen zu Quotenbringern in säkularen Fernsehanstalten. Gerade in der Krise wird deutlich, dass eine sich dem Zeitgeist anbiedernde Kirche irrelevant ist.
  • Wo die Kirche von Gott redet und Gottes Liebe spürbar macht, generiert sie Nachfrage – notfalls online. Die o.g. Kritik ist ein Weckruf an Bischöfe und Priester, mutig und kreativ zu sein, wenn es um die Rückkehr zur liturgischen Normalität geht. Für mich ist sie ein Beleg dafür, dass unsere Kirche viel vitaler ist als die Ordinariate, die Kirchenkonferenzen und der Synodale Weg uns glauben machen.